Überbewusstsein für die Fragilität der Existenz
Menno Oosterhof beschreibt OCD (Zwangsstörung) als ein Überbewusstsein für die Zerbrechlichkeit unserer Existenz. Das ist mir alles andere als fremd. Mein Kopf warnt mich nicht nur vor Dingen, die ich vermeiden sollte – wie krank werden oder Fehler machen – sondern erinnert mich auch ständig an meine Sterblichkeit. Gerade in Momenten, in denen ich das Leben besonders intensiv schätze, taucht dieser Gedanke auf. Mein Kopf ist, wie die Engländer sagen, ein echter party pooper.
Was bedeutet Überbewusstsein bei OCD?
Bei OCD scheint das Gehirn ständig nach Risiken, Fehlern und existenziellen Bedrohungen zu scannen. Dieses Überbewusstsein kann lähmend wirken.
Wie ACT hilft, mit existenzieller Angst umzugehen
Was mir hilft, ist ACT (Acceptance and Commitment Therapy). Diese Therapieform bietet praktische Werkzeuge, um mit diesen Gedanken und Gefühlen umzugehen:
- Gedanken als mentales Rauschen: Mein Kopf ist eine Gedankenproduktionsmaschine. Ich muss nicht alles ernst nehmen.
- Defusion: Wenn ich Abstand zu meinen Gedanken nehme, entsteht mehr Raum, um zu wählen, wie ich reagieren möchte.
- Akzeptanz: Wenn ich das unangenehme Gefühl zulasse, statt dagegen anzukämpfen, wird es erträglicher.
ACT hilft mir, weiterhin das zu tun, was wichtig ist – trotz dieses übermäßigen Bewusstseins dafür, dass das Leben fragil ist und irgendwann endet.